Beratung von Familienunternehmen und Unternehmerfamilien

Familienunternehmen und Unternehmerfamlien

Familienunternehmen stehen häufig vor der Lösung von Aufgaben, bei denen betriebswirtschaftliche Aspekte und familiäre Themen ineinander greifen. In einem Unternehmen und in einer Familie gelten unterschiedliche Spielregeln. Familienmitglieder die in ihrem eigenen Unternehmen arbeiten, müssen diese unterschiedlichen Spielregeln tagtäglich aufeinander abstimmen. Für die Beteiligten ist es nicht immer klar, auf welchem der zwei Spielfelder sie sich gerade bewegen. Oft kommt es zu einer Vermischung von Rollen. Die Folge sind Belastungen, Unklarheiten und manchmal auch Konflikte zwischen den Beteiligten.

Belastete private Beziehungen erschweren eine effiziente Zusammenarbeit im Betrieb, was die familiere Sphäre dann erneut belastet. In der Beratung von Familienunternehmen geht es meistens darum zwischen der Person und deren Funktion unterscheiden zu lernen. Im Beratungsprozess wird ein unverstellter Blick auf die beiden Systeme Familie und Unternehmen und deren Zusammenspiel geworfen. Dadurch werden die Ursachen für Stärken und Schwächen deutlich sichtbar und benennbar. In der Zusammenarbeit zwischen dem Berater und der Unternehmerfamilie geht es einerseits um Anerkennung und Wertschätzung für das Erreichte, andrerseits um die Erarbeitung struktureller Maßnahmen, die ein unbelastetes Familienleben und eine weitere Entwicklung des Betriebes ermöglichen.

Mehr als 80 Prozent der österreichischen Unternehmen sind in der Hand von Familien. Darunter sind kleine, mittlere und große Gewerbe- und Industriebetriebe, aber auch Aktiengesellschaften, deren absolute Mehrheit sich im Besitz einer Familie befindet. Über zwei Drittel des Bruttosozialproduktes im deutschsprachigen Raum werden in Familienbetrieben erwirtschaftet. 65 Prozent der Arbeitnehmer sind hier beschäftigt.

Unternehmen zu beraten oder Familien zu beraten sind zwei verschiedene Formate und erfordern auch unterschiedliche Zugangsarten und Kompetenzen des Beraters. Die Beratung von Unternehmerfamilien erfordert einen Ansatz, welcher der Vielschichtigkeit des Themas gerecht wird. Es müssen ökonomische, juristische und psychologische Besonderheiten des Familienbetriebes berücksichtigt werden. An der jeweils richtigen Stelle des Beratungsprozesse kann es wichtig sein eine/n WirtschaftsprüferIn und JuristIn miteinzubeziehen.

Eine rechtzeitige Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Auffassungen im Betrieb und in der Familie ist sinnvoll und kann mithelfen direkte und indirekte Kosten, die ein Konflikt mit sich bringt, zu minimieren.

Häufige Themen bei der Beratung von Familienunternehmen

  • rechtzeitige Klärung der Nachfolge in der Unternehmensführung
  • generationsbedingte unterschiedliche Auffassungen zur Unternehmensstrategie
  • unterschiedliche Anforderungen, der im Betrieb tätigen Familienmitglieder
  • Konflikte zwischen Familienunternehmern und angestellten Managern
  • unterschiedliche Interessenslagen zwischen operativ tätigen und nur als Gesellschafter vertretenen Familienmitgliedern