Beratung von Familienunternehmen
Familienunternehmen
Mehr als 80 Prozent der österreichischen Unternehmen sind in der Hand von Familien. Darunter sind kleine, mittlere und große Gewerbe- und Industriebetriebe, sowie große Aktiengesellschaften, deren absolute Mehrheit sich im Besitz einer Familie befindet. Über zwei Drittel des Bruttosozialproduktes im deutschsprachigen Raum werden in Familienbetrieben erwirtschaftet. 65 Prozent der Arbeitnehmer sind hier beschäftigt.
Unternehmen zu beraten oder Familien zu beraten sind meist zwei verschiedene Formate und erfordern auch unterschiedliche Zugangsarten und Kompetenzen des Beraters. Manche Familienunternehmen stehen jedoch vor der Lösung von Aufgaben, in denen betriebswirtschaftliche Aspekte und persönliche, familiäre Beziehungen ineinander greifen. Die erfolgreiche Beratung von Familienbetrieben erfordert einen Ansatz, welcher der Vielschichtigkeit des Themas gerecht wird. Es müssen ökonomische und psychologische Besonderheiten von Familienbetrieben berücksichtigt werden. Eine rechtzeitige Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Auffassungen im Betrieb ist sinnvoll und kann mithelfen direkte und indirekte Kosten die ein Konflikt mit sich bringt, zu minimieren.
Die offensichtliche Notwendigkeit von Beratung in Familienbetrieben lässt sich mit Zahlen belegen. In mehr als 70 Prozent der Familienbetriebe stellt sich in den nächsten Jahren die Frage der Übergabe. Allerdings schaffen nur weniger als 5 Prozent von Familienunternehmen den Übergang von der zweiten in die dritte Generation.
Zusammenfassung einer interessanten Studie zum Unternehmensübergaben
und -nachfolgen:
http://www.ifgh.ac.at/images/stories/projekte/Diverse/Zusammenfassung_Unternehmensnachfolge_2008.pdf
Häufige Themen bei der Beratung von Familienunternehmen
- rechtzeitige Klärung der Nachfolge in der Unternehmensführung
- generationsbedingte unterschiedliche Auffassungen zur Unternehmensstrategie
- unterschiedliche Anforderungen, der im Betrieb tätigen Familienmitglieder
- Konflikte zwischen Familienunternehmern und angestellten Managern
- unterschiedliche Interessenslagen zwischen operativ tätigen und nur als Gesellschafter vertretenen Familienmitgliedern
Mein Beratungsansatz
Bei der Beratung von Familienunternehmen sollen alle wichtigen Beteiligten zu Wort kommen und wenn möglich in einen Dialog eintreten. Das wichtigste Zwischenziel auf dem Weg zu einer Konsenslösung ist immer das Gehört werden, das Verstanden werden und das Anerkannt werden.
Bei Familienunternehmen gibt es eine Reihe von Besonderheiten, von denen ich hier nur einige beispielhaft anführe: So bildet der familiäre Firmenbesitz ein ökonomisches Modell, welches einerseits Vorteile, aber z.B. im Falle von Trennungswünschen auch zusätzliche Schwierigkeiten mit sich bringen kann. Wenn Beruf und Familie in einander übergehen, gibt es manchmal auch massive Rollenzuschreibungen an die Ehepartner und Kinder, die von diesen erwünscht, aber auch offen oder unterschwellig zurückgewiesen werden können. Oft wird mit Rücksicht auf das Unternehmen von PartnerInnen und Kindern auch Verzicht erwartet. Manchmal erzeugt die starke Innenorientierung neben ökonomischen Vorteilen auch das Gefühl es sich nie wirklich aussuchen zu können. Zu berücksichtigen sind auch die genderspezifischen Aufgabenverteilungen im Betrieb, die oft nicht zu einer entsprechenden Wertschätzung führen.
Familienbetriebe weisen eine Reihe von ökonomischen Vorteilen auf, die sie schließlich auch so erfolgreich sein lassen. Die Nachteile ergeben sich oft aus der Kehrseite der Medaille: Moderne Managementansätze und Personalpolitik ist oft nicht realisiert. Strategien, die lange Zeit erfolgreich waren, werden oft zu spät hinterfragt. Misserfolge werden oft lange verheimlicht, manchmal auch vor den Familienmitgliedern. In der Beratung soll es möglich werden die Situation mit allen Geheimnisse und Tabus offen anzusprechen um ökonomisch wieder manövrierfähig zu werden.
Die wenigsten Gründerpersönlichkeiten entwickeln ein Konzept für Ihre Nachfolge. Die erfolgreichen Pioniere sind oft bedingungslos bereit alles für den Betrieb und die Familie zu tun. Umgekehrt wird eigenständigen Ideen der Nachfolger oft mit großem Misstrauen begegnet. Die Nachfolgefrage und alles was psychologisch und ökonomisch damit zusammenhängt bildet in der Beratung oft das zentrale Thema.
In der Beratung versuche ich möglichst alle psychologischen und ökonomischen Faktoren, die in der konkreten Situation des Familienunternehmens wirksam sind, zu berücksichtigen. Je nach Erfordernis kooperiere ich dabei auch mit Spezialisten aus anderen Berufsfeldern wie Juristen, Betriebswirten usw. Natürlich kooperiere ich auch mit Beratern, die in einem Familienunternehmen bereits tätig sind.
Zur Visualisierung von sozialen Systemen setze ich zeitweise die Methode World Technique (Sandspiel) ein:
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